Das Wichtigste in Kürze

  • Ängste loslassen heisst nicht, die Angst wegzumachen, sondern zu verstehen, wovor sie dich beschützen will.
  • Die Übung besteht aus fünf Fragen, braucht Papier, Stift und ungefähr zwanzig Minuten.
  • Zum Schluss kommt ein Abschiedsbrief an die Angst, in dem du ihr eine Alternative anbietest.
  • Kommt nichts, ist die Angst zu gross gewählt. Wird sie stärker, ist Aufhören die richtige Reaktion.
  • Steuert die Angst den Alltag, braucht es fachliche Begleitung. Die Übung ersetzt keine Therapie.

Was, wenn mein Kind verunglückt?

Wie kann ich verhindern, dass ich meinem Kind etwas Schlechtes mitgebe?

Hoffentlich bleiben wir alle gesund.

Kann ich meine Familie versorgen, wenn meinem Partner etwas geschieht?

Wie verhindere ich, dass mein Kind in die falschen Kreise gerät?

Viele Eltern kennen solche Ängste. Manchmal können sie uns abends wach halten oder lassen uns anders mit unseren Kindern umgehen, als wir es eigentlich möchten.

Mutig zu sein bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern Dinge trotz der Angst zu tun

In diesem Artikel möchte ich eine kleine, einfache Übung zeigen, um deine Angst etwas abzuschwächen oder deine Ängste vielleicht sogar loslassen zu können.

Was macht die Angst mit uns und unseren Kindern?

Mit unseren Ängsten können wir auch unseren Kindern im Wege stehen und sie in ihrer Entwicklung einengen. Für einen guten Start ins Leben brauchen sie Freiräume, doch genau diese können unsere Ängste einschränken. Dazu ist es möglich, dass die Eltern ihre Ängste auf ihre Kinder übertragen.

Wir schauen nicht gerne dorthin, wo unsere Schatten sind. Doch was im Schatten bleibt, wird sich nicht auflösen können. Darum ist es so wichtig richtig hinzusehen und zu verstehen, was uns die Angst gerne sagen möchte. Sind wir erst einmal in der Kontakt mit der Angst, ist sie oft schon ein bisschen weniger unheimlich.

Jedes Mal, wenn es dir gelingt einer Angst zu begegnen, wirst du stärker und es gelingt dir besser, dich weiterer Ängste anzunehmen. Ängste loslassen ist ein unglaublich befreiender Akt.

Ängste loslassen - die Übung

Und schon geht es los mit der Übung

Schnapp dir ein Blatt Papier und einen Stift und beantworte folgende Fragen:

Welches ist deine grösste Angst? Wovon hält dich die Angst ab?

Spürst du diese Angst in deinem Körper? Wo genau spürst du sie? Siehst du vielleicht auch eine Farbe dazu oder nimmst mit deinen weiteren Sinnen etwas wahr? Beschreibe möglichst genau, was du empfindest.

Erscheint ein Bild, welches diese Angst mit einer Geschichte aus der Vergangenheit verbindet?

Wenn es die Angst nur gut mit dir meint, was möchte sie dir ermöglichen oder wovor möchte sie dich beschützen?

Gibt es eine Alternative, die du deiner Angst anbieten könntest, damit sie dich nicht mehr beschützen muss?

Ängste Loslassen Übung

Wenn du magst, kannst du diese Alternative nun in einem Abschiedsbrief an deine Angst niederschreiben. Rede deine Angst direkt an. Also beispielsweise: 

“Liebe Angst davor verlassen zu werden,

vielen Dank, dass du mich jahrelang begleitet und davor beschützt hast mich zum Affen zu machen, doch nun bin ich schon gross und kann gut für mich selbst sorgen. Ich habe eine wundervolle Familie und tolle Freunde, die immer für mich da sind, auch wenn ich mich nicht immer vorbildlich verhalten werde. Auf sie kann ich mich jederzeit verlassen.

Du darfst nun also weiterziehen und dir jemand Neues suchen zum Beschützen oder in den Ruhestand gehen. Ich komme nun alleine zurecht.

Vielen Dank für deinen Einsatz.
Herzlich,
Deine Goni“

Wie ist es dir ergangen mit deinem Abschiedsbrief? Oder war dieser vielleicht gar nicht mehr nötig, weil sich die Angst schon abgeschwächt hast, als du ihren Nutzen erkannt hast? 

Bleibst du bei der Übung an einer Stelle hängen, schauen wir in einer Kurz-Session gemeinsam darauf. Wenn dir Schreiben leichter fällt als ein Termin, begleite ich dich auch in der Flexiblen Begleitung per Nachricht oder Sprachnachricht.

Welches Angebot zu dir passt, klären wir auch gerne per Mail. Unter hallo@goniboller.ch erreichst du mich direkt mit ein paar Sätzen zu dem, was dich gerade beschäftigt.

Häufige Fragen zum Ängste loslassen

Was heisst „Ängste loslassen“ überhaupt?

Loslassen heisst hier nicht, dass die Angst verschwindet und nie wiederkommt. Es heisst, dass du verstehst, wovor sie dich beschützen will, und dass sie diesen Job nicht mehr allein erledigen muss. Danach ist sie oft leiser, und sie steuert weniger mit.

Was kann ich tun, wenn die Angst nachts wiederkommt?

Nachts ist der Kopf schlecht ausgestattet für so etwas, darum lohnt sich die Auseinandersetzung dann selten. Was hilft, ist ein Notizblock neben dem Bett und ein Satz wie „Ich sehe dich, ich schaue morgen hin“. Am nächsten Tag steht der Punkt dann da und du entscheidest in Ruhe.

Wie oft soll ich die Übung machen?

Es gibt keine Dosierung. Manche machen sie einmal und merken schon beim Schreiben, wie sich etwas verschiebt, andere nehmen sich alle paar Wochen eine weitere Angst vor. Wenn du sie mehrmals machst, nimm jedes Mal nur eine Angst.

Merkt mein Kind meine Angst?

Ja, meistens schon, auch wenn du nichts sagst. Kinder lesen Körperspannung, Stimme und Tempo sehr genau. Ein Kind, das hört „Ich bin gerade nervös, das hat mit mir zu tun und nicht mit dir“, lernt dabei mehr über Gefühle als aus jedem Bilderbuch.

Was ist der Unterschied zwischen Angst und Sorge?

Sorge ist der Gedanke, Angst ist das Gefühl mitsamt Körper. Sorgen kreisen im Kopf und lassen sich manchmal durch Fakten beruhigen. Angst sitzt im Bauch, in der Brust oder im Nacken und reagiert kaum auf Argumente. Diese Übung ist für die Angst gemacht.

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