9 Impulse, wie du deinem Weg näherkommst

“Um glücklich und zufrieden zu sein, finde heraus, was du möchtest – und lebe danach.”
– Jeder zweite Ratgeber.

Aber mal ehrlich: Was will ich eigentlich?
Diese Frage kann ganz schön herausfordernd sein. Vielleicht hast du schon stundenlang nachgedacht, Listen geschrieben, Pro-und-Contra-Tabellen erstellt – und trotzdem drehst du dich im Kreis.
Oder es kommen immer nur dieselben Ideen.
Oder so viele, dass du nicht mehr weisst, wo oben und unten ist.

Wenn es dir ähnlich geht, bist du hier richtig.

In diesem Artikel findest du unter anderem Antworten auf Fragen wie:

  • Was will ich im Leben?
  • Wie finde ich heraus, was ich wirklich möchte?
  • Wo will ich hin?
  • Was will ich vom Leben?

Gibt es so etwas wie die eine Berufung?

Sätze wie „Wenn ich doch nur meine Berufung gefunden hätte, dann könnte ich endlich...“ oder „Ich wüsste genau, was zu tun ist – wenn ich nur wüsste, was meine wahre Aufgabe ist“ sind weit verbreitet. Sie klingen verheissungsvoll – und setzen gleichzeitig unter Druck.

Denn sie suggerieren, dass es nur diesen einen, perfekten Weg gäbe – den man finden muss, um endlich ein erfülltes Leben zu führen. Alles andere wäre dann verschwendete Zeit.

Aber ist das wirklich so?

Ich glaube: Unser Leben ist komplexer – und reicher.
Die Arbeit ist ein Teil davon, ja – aber auch unser soziales Umfeld, unsere Interessen, unsere Gesundheit, unsere Lebensphase, unsere inneren Werte und unser Energielevel spielen mit hinein. Manchmal ist das persönliche Projekt erfüllend, auch wenn der Brotjob langweilig ist. Manchmal ist der Job gar nicht so erfüllend, aber das Team oder die zeitliche Flexibilität geben Energie zurück.

Was du brauchst, ist nicht „die eine wahre Berufung“.
Was du brauchst, ist etwas, das dich berührt, interessiert oder zum Brennen bringt – in genau dieser Lebensphase.

Was dich heute inspiriert, muss morgen nicht mehr stimmen. Und das ist okay.

Und das alles stimmt umso mehr für Menschen, die sich als Vielbegabt ansehen, ADHS haben oder Hochbegabt sind.

Deine Einstellung macht den Unterschied

Vielleicht kennst du solche Gedanken:

  • „Wenn ich erst genug Geld habe, dann…“
  • „Sobald ich befördert werde, werde ich auch ernst genommen.“
  • „Ich muss es mir hart erarbeiten, dass ich weit komme.“

Ich habe selbst lange geglaubt, dass sich mit dem Erreichen eines bestimmten Ziels automatisch das Gefühl von Sinn und Zufriedenheit einstellt. Und ja – manchmal hilft ein konkretes Ziel. Aber manchmal führt uns dieser Gedanke weg von uns selbst. Wir jagen etwas im Aussen, das nur im Innern entstehen kann.

Zufriedenheit entsteht nicht durch den perfekten Lebensplan. Sie entsteht, wenn du innerlich stimmig mit dem bist, was du tust – und wer du bist, während du es tust.

9 Impulse, die dir helfen, deinen Weg zu finden

Tipp 1: Wie gut kennst du dich?

Um herauszufinden, was du wirklich möchtest, braucht es zuerst einen Blick nach innen.
Was treibt dich an? Was ist dir wirklich wichtig? Welche Werte begleiten dich? Welche Glaubenssätze (bewusst oder unbewusst) bestimmen deine Entscheidungen?

Viele dieser Dinge sind dir vielleicht so selbstverständlich, dass du sie gar nicht als „persönliche Einstellung“ erkennst – und genau das macht es oft so schwer.

Im Beitrag zur Selbstreflexion findest du vertiefende Fragen und praktische Anleitungen, um genau diesen inneren Kern besser zu verstehen. Denn je besser du dich selbst kennst, desto klarer wird, welche Wege wirklich zu dir passen – und welche sich nur „richtig anfühlen sollen“, aber nicht wirklich deine sind.

Tipp 2: Muss es wirklich jetzt sein?

Wenn du das Gefühl hast, dringend herausfinden zu müssen, was du willst – lohnt es sich, kurz innezuhalten.
Ist dieser Druck wirklich notwendig? Oder entsteht er aus dem Gefühl, etwas „verpassen“ zu können?
Oder aus dem Vergleich mit anderen?

Manchmal braucht es einfach ein bisschen Zeit.
Vielleicht wirken die Erkenntnisse aus deiner Reflexion noch nach, ohne dass schon eine klare Richtung da ist. Und vielleicht zeigt sich das Neue erst, wenn du es nicht mehr suchst – beim Spazierengehen, beim Kochen, unterwegs im Zug.

Du musst nicht immer weit denken, um weiterzukommen.
Manchmal reicht ein kleiner Abstand – und plötzlich ist da wieder Raum für neue Gedanken.

Wichtig: Nicht jede Ablenkung ist hilfreich.
Beim Scrollen durch Social Media oder Binge-Watching bleibt der Kopf meist voll. Wähle Tätigkeiten, bei denen deine Gedanken frei schweifen dürfen, ohne dich zu überfluten.

Tipp 3: Was sagt dein Bauchgefühl?

Wenn sich erste Ideen zeigen, musst du nicht gleich wissen, ob sie „richtig“ sind.
Aber du kannst lernen, deinem inneren Kompass zuzuhören.

Diese leise Stimme in dir – Intuition, Bauchgefühl, innere Weisheit, Herz – wie auch immer du sie nennst – ist nicht esoterisch. Sie ist ein Teil deines Nervensystems, gespeist von deinen Erfahrungen, deinem Körperwissen, deinen unbewussten Beobachtungen.

Sie meldet sich nicht immer laut. Aber sie meldet sich.

Falls du dir nicht sicher bist, ob es dein Bauchgefühl oder eine momentane Emotion ist – gib dir etwas Zeit. Frag dich in ein paar Stunden oder am nächsten Tag noch einmal. Wenn die Antwort dann immer noch dieselbe ist, steckt oft mehr dahinter.

Tipp 4: Stelle die richtige Frage

Manchmal drehen wir uns im Kreis, weil wir uns immer wieder dieselbe Frage stellen:
„Ist das das Richtige?“ – ohne dass es eine eindeutige Antwort gibt.

Vielleicht hilft dir eine andere Perspektive:

Gibt mir diese Sache (oder Idee) auf Dauer eher Kraft – oder eher Energieverlust?

Diese Frage kann manchmal klarer machen, was du eigentlich brauchst.
Und wenn du merkst: Manche Aspekte daran tun dir gut, andere eher nicht – auch das ist wertvoll. Vielleicht kannst du dich näher an das herantasten, was dir Energie schenkt – und gleichzeitig auf das achten, was dich auszehrt.

Entscheidungen sind selten rein logisch. Es darf auch um dein Körpergefühl gehen, um Spannung oder Entlastung, um Lust oder Müdigkeit. All das sind Hinweise – keine Beweise, aber kleine Wegweiser.

Wenn du z. B. überlegst, mehr Verantwortung in deinem Job zu übernehmen, dann frag dich: Gibt mir diese neue Rolle Energie, weil ich gestalten kann? Oder raubt sie mir Energie, weil sie mich in Strukturen drängt, die mir nicht entsprechen?

Tipp 5: Weitere Fragen, die dich auf deiner Suche begleiten können – schriftlich

Manche Antworten lassen sich nicht „denkend“ finden, sondern wollen er-forscht werden. Nimm dir ein Blatt Papier (oder dein Journal) und vervollständige folgende Sätze – jeweils mit 10 Varianten, auch wenn sie noch so unrealistisch oder absurd wirken:

  • Wenn ich unbegrenzt Geld zur Verfügung hätte, würde ich …
  • Schon als Kind wollte ich …
  • Wenn ich sicher wäre, damit erfolgreich zu sein, würde ich …
  • Mir hat es schon immer Spass gemacht, … zu tun.
  • Wenn ich am Ende meines Lebens zurückschaue, würde ich bereuen, wenn ich nie …
  • Andere Menschen sagen, dass ich gut bin in …
  • In meinem Leben kann ich nicht auf … verzichten.

Die ersten Antworten kommen meist schnell. Die spannenden Impulse kommen oft ab Nummer 7 oder 8 – wenn du tiefer gräbst und das Denken kurz mal aussetzt.

Tipp 6: Was möchtest du nicht?

Manchmal ist der Weg nach vorn versperrt – aber der Rückspiegel liefert Hinweise. Wenn du gerade nicht weisst, was du willst, dann frag dich: Was will ich definitiv nicht (mehr)?

Negative Klarheit ist auch Klarheit. Sie hilft, auszuschliessen, einzugrenzen und dadurch Platz für Neues zu schaffen.

Beispiel: Du möchtest in den Urlaub, weisst aber nicht wohin. Du weisst nur: keine langen Flüge, kein Massentourismus, kein Strand, nicht teuer. Klingt erst mal wie ein Ausschlussverfahren – aber plötzlich weisst du, was es eher sein könnte: Natur, Ruhe, Nähe, vielleicht ein Bergdorf in Südtirol?

Auch in anderen Lebensbereichen hilft dir das. Was darf gehen?

Tipp 7: Was sagen die anderen?

Wenn du anfängst, neue Ideen zu entwickeln oder dich zu verändern, wirst du vermutlich auf Reaktionen aus deinem Umfeld stossen – unterstützende, aber auch verunsichernde.

Nicht alle Menschen können deine Sehnsucht nachvollziehen.
Vielleicht hast du Sätze gehört wie:

  • „Damit verdienst du aber weniger als jetzt.“
  • „Warum hast du studiert, wenn du jetzt etwas ganz anderes machen willst?“
  • „Dafür bist du zu alt / zu jung / zu qualifiziert / nicht qualifiziert genug.“

Solche Sätze sagen oft mehr über die Denkweise der anderen aus als über deine Möglichkeiten. Lass dich davon nicht verunsichern.

Tipp 8: Bleib offen für Veränderung

Du musst nicht heute wissen, was du in zehn Jahren tun wirst. Was dich heute inspiriert, kann sich verändern. Und das ist keine Schwäche, sondern Lebendigkeit.

Erlaube dir, dich weiterzuentwickeln. Eine Entscheidung ist kein Vertrag fürs Leben. Vielleicht ergibt sich in drei Jahren eine neue Richtung, die du heute noch gar nicht sehen kannst – weil du sie erst durch deine jetzigen Erfahrungen entdecken wirst.

Veränderung ist kein Zeichen von Planlosigkeit – sondern von Wachstum.

Tipp 9: Probiere Neues

Wenn du keine Ahnung hast, was du willst – mach irgendwas. Wirklich. Irgendwas, das du noch nie gemacht hast. Es muss nicht für immer sein. Nur jetzt.

Meld dich für einen Kurs an, geh allein ins Museum, backe Sauerteigbrot, schreib einen Text, mach ein Praktikum, reise mit dem Nachtzug, lerne jonglieren, engagiere dich bei einem Verein. Es ist egal was – Hauptsache, du kommst in Bewegung.

Jede neue Erfahrung bringt dich in Kontakt mit dir selbst.
Du spürst, was dich berührt – und was nicht. Was Energie gibt – und was nicht.
Und du triffst Menschen, die neue Fragen in dir auslösen.

Wohin führt dich dein Weg?

Vielleicht hast du jetzt keine glasklare Antwort – aber vielleicht eine Idee, wo du anfangen könntest. Das ist für den Anfang völlig ausreichend.

Deinen Weg musst du nicht vorher kennen. Aber du darfst ihn Schritt für Schritt entdecken.
In deinem Tempo. Auf deine Art.

Ich wünsche dir Klarheit, Mut und Vertrauen in deinen ganz eigenen Prozess.

Wenn du magst: Schreib mir auf hallo@goniboller.ch, was dich beschäftigt – oder was dein nächster kleiner Schritt sein könnte. Ich freue mich, von dir zu hören.